Autogerechte Stadt war gestern – Mannheim wird immer mehr zur Fahrradstadt

 

Seit 20 Jahren haben sich die Mannheimer Grünen für einen Radspur entlang der Bismarkstraße eingesetzt. Nun wurde diese Lücke im Mannheimer Radverkehrsnetz endlich geschlossen. Am 20. März weihte Verkehrsminister Winfried Hermann mit einer Fahrradrundfahrt den Radweg ein, der endlich auch die Universität und den Hauptbahnhof optimal an das Radwegenetz anbindet.

In unserer Stadt nutzen immer mehr Menschen das Fahrrad für alltägliche Wege zur Arbeit, zur Schule, zum Sport und zum Einkauf. Es ist umweltfreundlich, fördert die Gesundheit und bringt nicht nur Zeitersparnisse mit sich, sondern kostet im Vergleich zum Auto oder dem ÖPNV sowie kein Geld. Dass die Mannheimer*innen sich mehr davon wünschen, zeigte  das jüngste Bürgerbarometer des Mannheimer Morgens: Mit den Erweiterungen und Verbesserungen im Mannheimer Radwegenetz zeigen sich  zwar viele der Befragten durchauszufrieden. Gerade diejenigen, die das Rad häufig nutzen, wissen jedoch es sehr wohl, dass es weiteren Verbesserungsbedarf hinsichtlich der Radverkehrsinfrastruktur gibt.

Um den Anteil des Radverkehrs als ökologische Mobilitätsalternative weiterhin zu erhöhen und das Radfahren attraktiv zu halten,  räumt die Verkehrsplanung des Landes Baden-Württemberg  seit 2016 mit der Radstrategie sowie den Plänen für ein Alltagsradnetz Baden-Württemberg mehr Raum im Verkehrsnetz des Landes ein – bei gleichbleibenden Bedingungen für den öffentlichen Personennahverkehr und ohne dabei großartige Kapazitäten für den motorisierten Verkehr zu mindern. Teil der Strategie ist es, mit dem Bau- und Planungsprogramm ein sicheres und sinnvolles Radverkehrsnetz flächendeckend an Landes- und Bundesstraßen im Land herzustellen. Für Mannheim bedeutet dies, dass das Kreuzungsbauwerk an der A 656/L 542 im Bauprogramm für 2017 als laufende Maßnahme in Mannheim dabei ist. Außerdem hat das Land die Radwegquerung an der Kreuzung Goethestraße/Berliner Straße und die Radwegweisung nördlich des Neckars in sein Förderprogramm für kommunale Infrastruktur aufgenommen.

Im Pendlerland Deutschland muss auch hier die Nutzung des Rades für den täglichen Weg zur Arbeit noch unterstützt werden, denn 60 % der deutschen Berufstätigen pendeln zum Arbeitsplatz, wie das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung jüngst mitteilte. Gerade in dicht besiedelten Ballungsräumen, wie der Metropolregion Rhein-Neckar führt dies zu täglichen PKW-Kolonnen und überfüllten Bahnen. Der Verband Region Rhein Neckar hat darum schon 2015 eine Machbarkeitsstudie für einen Radschnellweg in Auftrag gegeben, der von Heidelberg über Mannheim, Ludwigshafen bis in die Vorderpfalz nach Schifferstadt eine echte Alternative zum täglichen Stau bieten kann. Die Ergebnisse der Studie wurden Ende März im Planungsausschuss der VRRN vorgestellt. Nun hoffe ich auf eine rasche Umsetzung der notwendigen Maßnahmen, damit die Metropolregion Rhein-Neckar auch hier eine Modellregion werden kann.

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