Delegationsreise der Stadt Mannheim nach Haifa und Hebron im April 2016

Was bleibt nach 3 Tagen intensiver Begegnungen und Gesprächen in Israel und Palästina?

Israel

Für Mannheim bleibt aus wirtschaftspolitischer Sicht auf jeden Fall festzuhalten, dass auf dem Gebiet der Existenzgründungen eine vertiefte Zusammenarbeit für beide Seiten vorteilhaft ist.

Mannheim kann von der lebendigen Existenzgründer- szene in Haifa sicherlich Entwicklungsimpulse mitnehmen und für den ein oder anderen Gründer in Haifa kann über die Partnerschaft der Zugang zum deutschen Markt erleichtert werden.

Die mannheimer gründungszentren gmbh berät seit 2 Jahren die Stadt Hebron beim Aufbau eines Existenzgründungszentrums. Dieses wird zukünftig einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt im Westjordanland leisten und wurde im Rahmen der Delegationsreise feierlich eingeweiht.

Und aus sozialpolitischer Sicht ist insbesondere die Freundschaft mit Hebron, die durch unseren Besuch gefestigt wurde, ein aktiver Beitrag zur Entwicklungspolitik. Hebron hat rund 250.000 Einwohner und mit Hilfe der Fachkenntnisse von 3 Mitarbeitern der Mannheimer Abwasserwirtschaft konnten palästinensische Ingenieure lernen, wie man eine Kläranlage effizient betreibt und es konnte im Rahmen des Delegationsbesuches ein Kanal eingeweiht werden, der für 2500 Menschen einen Anschluss an das Kanalsystem ermöglicht. Die Zusammenarbeit zwischen Mannheim und Hebron schafft eine direkte Verbesserung der Lebenslage der Menschen vor Ort.

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Und das sind aus meiner Sicht Beispiele wie eine Kooperation mit Hebron in Zukunft weitergeführt werden sollte – projektbezogene Zusammenarbeit die einen direkten Nutzen für die wirtschaftliche Entwicklung und für die soziale Situation der Menschen vor Ort hat. Denkbar ist zum Beispiel zukünftig eine Kooperation der Feuerwehren. Hier wurden im Rahmen des Besuchs erste Kontakte geknüpft. Jetzt ist zu überprüfen welche konkreten Bedarfe es in Hebron gibt, und wie die Mannheimer Feuerwehrexperten dabei beratend und unterstützend zur Seite stehen können.

Und aus politischer Sicht?

Mannheim ist eine von drei großen Städten, die sowohl mit einer israelischen als auch mit einer palästinensischen Stadt aktive Kooperationsbeziehungen unterhält – macht das Sinn? Ich meine ja.

Auch wenn im Moment trilaterale Beziehungen aufgrund der politischen Spannungen im Land nicht konkret gelebt werden können, sind die Beziehungen die Mannheim unterhält ein kleiner Mosaikstein, der den Menschen vor Ort Hoffnung macht, dass ein friedliches Miteinander möglich sein kann. Und diese Hoffnung, auf ein friedliches Zusammenleben, haben sowohl Haifas Bürgermeister Yona Yahav, als auch der Oberbürgermeister von Hebron, Prof. Dr. Daoud Zatari geäußert. Und vielleicht können die Beziehungen die Mannheim jetzt unterhält dazu beitragen, dass eines Tages auch direkte Kontakte zwischen Haifa und Hebron möglich sind, um so friedensstiftende Wege zu gehen. Denkbar sind dabei zum Beispiel Kontakte zwischen israelischen und palästinensischen Existenzgründern in Mannheim im Rahmen von Summercamps.

Meines Erachtens sind direkte Kontakte und gemeinsame Gespräche der einzige Wege um gegenseitige Vorurteile abzubauen und ein friedliches Miteinander zu ermöglichen.

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