Erster Sachstandsbericht zur Inklusion im Bildungsbereich

.

Im Oktober legte das Kultusministerium den ersten Bericht zur Weiterentwicklung sonderpädagogischer Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsangebote vor. Nach Änderung des Schulgesetzes vor 2 Jahren, mit welcher die UN-Behindertenrechtskonvention auch im Bildungsbereich umgesetzt werden soll, gibt dieser Bericht einen ersten Überblick über die aktuelle Situation und zeigt auf, wo die Schwerpunkte der weiteren Arbeit liegen müssen, um Inklusion an den Schulen in Baden-Württemberg zum Wohle aller Schüler*innen weiter voran zu bringen. Seit der Veröffentlichung des Berichts habe ich zahlreiche Gespräche mit Elterninitiativen, Lehrer*innen und Interessensverbänden geführt, um mir ein Bild darüber machen zu können, wie die im Bericht aufgeführten Veränderungen in der Praxis bewertet werden. Dabei wurde für mich unter anderem sehr deutlich, dass Inklusion dort gut gelingt, wo sie tatsächlich von der ganzen Schule gewollt ist und sowohl von der Schulleitung gefördert, als auch von Seiten der Eltern unterstütz wird. Damit will ich keinesfalls den drückenden Fachkräftemangel in diesem Arbeitsfeld negieren. Es ist darum eine gute Maßnahme Lehrkräfte ohne sonderpädagogische Ausbildung über einen Lehrgang für diese Arbeit zu qualifizieren und so dafür zu sorgen, dass schnellstmöglich mehr geschulte Fachkräfte für die Inklusion im Bildungsbereich zur Verfügung stehen. Genauso wichtig ist die Maßnahme für das laufende Schuljahr weitere 159 Lehrerstellen zur Verfügung zu stellen. Doch auch die bestehenden Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, deren hohe Fachlichkeit unbestritten ist, müssen weiterhin unterstützt werden, so dass Kinder und Eltern eine echte Wahlmöglichkeit haben. Aber auch deren Aufgaben und Profile müssen sich im Zuge der Inklusion ändern und weiterentwickelt werden. Ein besonders hoher Stellenwert muss meiner Ansicht nach der Beratung der Eltern zukommen, damit diese, die für ihr Kind beste Entscheidung bei der Schulwahl treffen können. Aus diesem Grund begrüße ich ganz ausdrücklich den Vorsatz des Kultusministeriums, die Kooperation der verschiedenen Leistungsträger zu optimieren, damit alle Familien selbstbestimmt und mündig von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen können, unabhängig davon in welchem Schulamtsbezirk sie leben.

Insgesamt gilt es für mich festzuhalten, dass sich bei der Umsetzung der Inklusion in der Schule zwar schon Einiges zum Guten verändert hat, aber ganz sicher auch weiterhin ein enormer Entwicklungsbedarf besteht, den es zu begleiten und voranzubringen gilt. So werden wir GRÜNEN mit den uns zur Verfügung stehenden Fraktionsmitteln eine zusätzliche Stelle zur Unterstützung der Arbeit multiprofessioneller Teams für die Dauer von zwei Jahren ermöglichen. Denn welch große Bedeutung gerade dieser Arbeit zukommt, wurde mir in all meinen Gesprächen bestätigt.

Verwandte Artikel