Initiative für weniger Nitrat im Grundwasser

Messwerte in Mannheim sind zu hoch – 

Appell an Agrarminister Hauk: Land sollte Öffnungsklauseln der neuen Düngeverordnung offensiv nutzen, um die Stickstoff-Belastung schnellstmöglich zu reduzieren. Auch die Messwerte in Mannheim sind nach wie vor zu hoch.

Die Mannheimer Landtagsabgeordnete Elke Zimmer (Grüne) fordert von Agrarminister Peter Hauk (CDU) starkes Engagement gegen die zu hohe Belastung des Grundwassers in der Region mit Nitrat. Wie in weiteren Städten und Gemeinden in der Region liegt auch in Mannheim die Stickstoff-Konzentration über dem Schwellenwert von 50 Milligramm pro Liter Wasser. „Unsere Region  ist leider einer der Hotspots in Baden-Württemberg, während im Großteil des Landes die Messwerte inzwischen unbedenklich sind. Umso wichtiger ist es, dass wir die größtmöglichen Anstrengungen unternehmen, damit auch hier die Messwerte sinken“, so Elke Zimmer.

Die notwendigen Instrumente stehen inzwischen zur Verfügung. Der Bund hat aktuell eine neue Düngeverordnung erlassen. Stickstoffüberschüsse sind im wesentlichen Folge einer Überdüngung der Böden. Die Verordnung reguliert daher die Ausbringung von Düngemitteln. Baden-Württemberg hat der Neuregelung im Bundesrat nach Einschätzung von grünen Landtagsabgeordneten nur zähneknirschend zugestimmt: „Sie bringt zwar Verbesserungen, geht beim Gewässerschutz allerdings nicht weit genug. In Regionen wie unserer, in denen das Grundwasser stark mit Nitrat belastet ist, müssen wir uns in Baden-Württemberg stärker engagieren.“ Die Düngeverordnung versetzt die Länder in die Lage, in Regionen mit Grenzwert-Überschreitungen aus einem Maßnahmenkatalog weitergehende Regelungen zu erlassen. „Welche davon in unserer Region am besten wirken, muss das Agrarministerium schnell und intensiv prüfen“, fordert Elke Zimmer abschließend und appelliert an Minister Hauk, dabei streng das Bürgerwohl als Maßstab anzulegen.

Hintergrundinformationen:

  • Nitrat gelangt manchmal sehr schnell, teilweise aber auch erst nach Jahren ins Grundwasser. Nitrat an sich ist nicht gefährlich. Doch im menschlichen Körper kann es zu Nitrit umgewandelt werden. Für Babys ist es eine ernste Gefahr, denn Nitrit kann den Sauerstofftransport im Blut hemmen. Auch für Erwachsene ist ein Zuviel an Nitrat gefährlich, wenn sich daraus Nitrosamine bilden. Sie stehen in Verdacht, Krebs zu erregen.
  • Das Land kann Maßnahmen verfügen wie die verpflichtende Erstellung von Nährstoffbilanzen für die Einzelbetriebe oder die Ausweitung von Sperrfristen für Düngemittel mit hohem Phosphat- und Stickstoffgehalt.
  • In Baden-Württemberg sind nach aktuellsten Zahlen von 2015 die Nitratgehalte an 46 Prozent der Messstellen im Land gesunken, an 44 Prozent der Messstellen gab es Zunahmen. Der Schwellenwert der Grundwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter wurde an jeder zehnten Messstelle überschritten. Die höchsten Werte waren in der nördlichen und südlichen Oberrheinschiene, in Teilen des Kraichgaus, im Neckarraum zwischen Stuttgart und Heilbronn sowie in der Region Oberschwaben zu finden.

 

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren