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IQB und nun?

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Im Oktober wurden die Ergebnisse der neusten IQB-Studie veröffentlicht. Ziel dieser von der Kultusministerkonferenz in Auftrag gegebenen Ländervergleichsstudie ist es darzustellen, inwiefern die Schüler*innen deutschlandweit die verbindlich festgelegten Bildungsstandards erreichen, bzw. wo und in welchen Bereichen nachgesteuert werden muss. Leider konnte der Abwärtstrend an den Schulen in Baden-Württemberg nicht gestoppt werden. In unserem Bundeland ist die Ausprägung sozialer Herkunftseffekte auf den Kompetenzerwerb und in Bezug auf das Erlernen der Sprache immer noch stark ausgeprägt. Das zeigt, dass es immer noch nicht gelungen ist, die Koppelung zwischen der sozialen Herkunft der Schüler*innen und ihren Kompetenzen im Lesen, Zuhören, Orthografie und Mathematik aufzulösen. Zwar befinden wir uns im Gesamtvergleich nach wie vor im Mittelfeld der Bundesländer, aber damit dürfen wir uns  auf keinen Fall zufrieden geben.

Für uns GRÜNE ist es wichtig die Ergebnisse der Studie klar und sorgfältig zu analysieren und wohlüberlegte Konsequenzen zu ziehen. Sich in Schuldzuweisungen zu ergehen, hilft den Schüler*innen, Eltern, Lehrer*innen und Schulleiter*innen im Land nicht weiter. Bei der gemeinsamen Analyse mit Ministerpräsident Kretschmann und Kultusministerin Eisenmann wurde deutlich, dass wir unsere Grundschulen noch besser bei der Bewältigung der wachsenden Herausforderungen einer zunehmenden Heterogenität und sozialen Disparität der Schülerschaft unterstützen müssen. Die Weichen hierfür hat die grüngeführte Landesregierung bereits in der vergangenen Legislaturperiode mit der Erhöhung der Studienzeit für Grundschullehrer*innen von sechs auf acht Semester und verpflichtenden Studieninhalten zu Fragen der Inklusion und Heterogenität an den Pädagogischen Hochschulen gestellt. In weiteren Schritten gilt es gezielt in die Qualität unserer Grundschulen zu investieren. Dabei haben wir die Schulleitungen und deren Entlastung genauso im Blick wie geeignete Fortbildungskonzepte für Lehrkräfte, die Stärkung multiprofessioneller Teams und den konsequenten Ausbau des Angebots an Ganztagesschulen im ganzen Land. Die Stärkung der Grundschulen ist uns darum auch bei den Beratungen des Doppelhaushalts 2018/19 ein zentrales Anliegen. Insbesondere stellen wir Überlegungen an, wie Ressourcen zielgenau eingesetzt werden können. So soll die Unterstützung möglichst passgenau da ankommen, wo beispielsweise die Klassenzusammensetzung dies notwendig macht. Das Prinzip Gießkanne sollte vor allem in der Bildungspolitik ausgedient haben.

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