Landesaktionsplan gegen Gewalt an Frauen – Termine mit Staatssekretärin Bärbl Mielich

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Gewalt an Frauen ist ein Thema, welches weit mehr Frauen betrifft, als wir uns das vorstellen wollen. Leider gibt es auch vier Jahre nachdem das Kabinett den Landesaktionsplan gegen Gewalt an Frauen verabschiedet hat immer noch Orte an denen gewaltbetroffene Frauen nicht die geeignete Hilfe und Unterstützung bekommen. Dies geht aus der vom Ministerium für Soziales und Integration in Auftrag gegebenen Bedarfsanalyse zu Frauen- und Kinderschutzhäusern hervor. Bärbl Mielich, Staatssekretärin im Ministerium für Soziales und Integration stellte die Analyse nun vor und rief die Kommunen auf, entschlossen ihrer Verantwortung bei der Bekämpfung von Gewalt an Frauen nachzukommen. Aus Landesmitteln stehen für diese Aufgabe alleine im derzeitigen Doppelhaushalt über 24 Millionen Euro bereit. Doch es braucht selbstverständlich mehr als Frauen- und Kinderschutzhäuser, um den Frauen, die von Gewalt betroffen sind zu helfen. Das Mannheimer Fraueninformationszentrum FIZ berät seit mittlerweile 30 Jahren Frauen in Trennungs- und Scheidungssituationen und in Gewaltbeziehungen und arbeitet dabei eng mit spezialisierten Anwält*innen zusammen. Gemeinsam mit Bärbl Mielich besuchte ich das FIZ in Mannheim und informierte mich über die Arbeit der Beratungsstelle. Die beiden hauptamtlichen Fachkräfte betonten wie wichtig beim Thema Gewalt gerade auch die Präventionsarbeit beispielsweise in Einrichtungen der Behindertenhilfe oder die Informationsarbeit z.B. in Frauencafes ist. Doch diese Arbeit gehe zu Lasten der eigentlichen Beratungstätigkeit und so wäre immer abzuwägen, wo nun die Not größer sei. Bärbl Mielich kündigte an, auch auf Grundlage der Bedarfsanalyse ggf. Nachjustierungen auf Landesebene vorzunehmen.

Ebenfalls eng mit dem Thema Gewalt an Frauen verbunden ist die Arbeit der Beratungsstelle für Frauen in der Prostitution Amalie. Auch diese Einrichtung besuchte Bärbl Mielich im April und informierte sich über die hervorragende Arbeit, die das Team um Julia Wege in der Mannheimer Neckarstadt leistet. Dabei lobte Bärbl Mielich den Vorbildcharakter der Arbeit von Amalie, da Frauen hier nicht nur Hilfe beim Ausstieg aus der Prostitution und medizinische Beratung bekommen, sondern auch bei Fragen zu Schulden, Recht und bei Gewalterfahrungen beraten werden.

Beide Institutionen, die ich gemeinsam mit unserer Staatssekretärin besuchen durfte, leisten eine Arbeit, die von unschätzbarem Wert für Frauen in Not ist und die uns sowohl im Land als auch in den Kommunen jeden Cent wert sein sollte.

 

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