Lernfabriken und produzierende Schulen

 

Bei weiteren Schulbesuchen konnte ich erneut sehr gute Einblicke in das vielfältige Angebot und die engagierte Arbeit an den beruflichen Schulen in Baden-Württemberg erhalten. Die Mannheimer Justus-von Liebig-Schule besuchte ich gemeinsam mit meinem Gemeinderatskollegen Raymond Fojkar, der als Mitglied im städtischen Bildungsausschuss die Mannheimer Schullandschaft sehr gut kennt. Die langjährige Schulleitern Frau Ruiner begrüßte uns gemeinsam mit ihrer Nachfolgerin Frau Sienknecht beim Besuch der Schule. Dabei tauschten wir uns besonders über die Situation der Beschulung von Geflüchteten an beruflichen Schulen und die damit verbundenen Chancen und die anstehenden Herausforderungen im Bereich der inklusiven Beschulung junger Menschen an den beruflichen Schulen aus. Zum Abschluss kamen wir in den Genuss eines Vier-Gänge-Menüs, welches Schüler*innen aus den Bildungsgängen Ernährung „gezaubert hatten“  und formvollendet servierten. In diesem Zusammenhang kommt für mich auch die Frage auf, inwiefern an beruflichen Schulen noch stärker die Produktion von Waren oder Dienstleistungen verankert werden kann, wie beispielsweise mit einer Schulmensa, die als Schüler*innen-Firma geführt wird.

Dazu passte mein nächster Schulbesuch, den mein Schwetzinger Abgeordnetenkollege Manfred Kern für uns organisierte. Gemeinsam mit dem Parlamentarischen Berater der Grünen Landtagsfraktion für Bildung Dr. Mussie Habte durften wir uns über die frisch eingeweihte Lernfabrik 4.0 am Standort  Erhart-Schott-Schule in Schwetzingen informieren. Schulleiter Thomas Edinger und sein Team erklärten die schuleigene Anlage genau. Lernfabriken sind moderne Industrieanlagen im Kleinen, in denen die Schüler*innen beispielsweise das Programmieren der Anlagen und den Umgang mit Fertigungsrobotern erlernen. Da sich gerade auch industrielle Abläufe durch die Digitalisierung stark verändert haben, ist es wichtig bereits in der schulischen Ausbildung genau solche Anlagen, wie sie in der Praxis verwendet werden, kennen zu lernen. Als eine von 16 vom Land geförderten Lernfabriken in Baden-Württemberg überzeugte die offene integrierte Lernfabrik 4.0 Rhein-Neckar durch ihr standortübergreifendes Konzept, welches gemeinsam von 5 Schulen im Rhein-Neckar-Kreis entwickelt und umgesetzt wird. In jedem der 5 Schulzentren werden je nach Ausbildungsschwerpunkt der Schule andere standortspezifische Systeme, Maschinen und Produktionsanlagen verwendet. So werden gezielt Nachwuchskräfte für die Industrie 4.0 in enger Zusammenarbeit mit der Praxis ausgebildet.

Verwandte Artikel

Kommentar verfassen

Artikel kommentieren