Schule ohne Noten ist nicht gleich „Kuschelpädagogik“

.

Nicht nur in Mannheim sondern auch an den meisten anderen Schulstandorten, an denen seit dem Schuljahr 2013/14 der Modellversuch „Schule ohne Noten“ erprobt wird, regte sich ein breiter Widerstand, als Kultusministerin Eisenmann verlauten ließ, dass der Modellversuch schon im kommenden Schuljahr beendet werden soll. In Mannheim beteiligt sich die Gerhart-Hauptmann-Grundschule an dem Modellversuch. Ich wollte mir schnellstmöglich ein Bild zu diesem Thema machen und habe mich darum sehr gefreut, dass ich sowohl bei einem Besuch der Gerhart-Hauptmann-Schule als auch bei einem Termin an der Kerschensteiner Gemeinschaftsschule, anlässlich des 5-jährigen Bestehens der Gemeinschaftsschulen in Baden-Württemberg, Gelegenheit dazu hatte. Mir wurde dabei klar, dass schon der Titel des Schulversuchs irreführend ist, da „Schule ohne Noten“ impliziert, es gäbe keine Rückmeldungen über den individuellen Leistungsstand der Kinder. Vielmehr geht es bei der Schule ohne Noten um eine neue und leistungsdifferenzierte Art der Rückmeldung. An beiden Schulen konnten Schulleitung und Lehrkräfte in den vergangenen Jahren viele und sehr gute Erfahrungen damit sammeln, Schüler*innen nicht mit dem klassischen Zahlensystem zu bewerten, sondern Kindern und Eltern eine differenzierte Beurteilung der Leistungen und vor allem der Entwicklungen in den einzelnen Fächern zu geben. Ein Kind, welches beispielsweise in der englischen Grammatik noch Schwierigkeiten hat, aber sehr gut Vokabeln lernt, erhält dann eben nicht eine „eindimensionale“ Note. Stattdessen erfahren Schüler*innen und Eltern in Form regelmäßiger, detaillierter Leistungsrückmeldungen, wo die Kinder stehen und welche Schwächen und Stärken sie haben. So stelle ich mir motivierende und zielgenaue Leistungsrückmeldung vor. Darum setzen wir GRÜNEN im Land uns dafür ein, dass der Modellversuch „Schule ohne Noten“ wissenschaftlich evaluiert wird, um wichtige Erkenntnisse für die Weiterentwicklung unserer Schulen und vor allem für eine differenziertere Leistungsrückmeldung zu ziehen. Diese sollte gerade die Jüngsten motivieren und ihnen nicht die Freude am Lernen schon früh verderben. Auch hierfür werden auf Betreiben unsere Fraktion die entsprechenden finanziellen Mittel bereitgestellt werden.

Verwandte Artikel