Schule in der Pandemie – Was braucht es jetzt?

Mannheim, 4. Dezember 2020

GRÜNE diskutieren über Bildung in Zeiten von Corona

Welche Unterstützung brauchen Lehrkräfte, um bestmöglichen Unterricht unter Pandemiebedingungen zu gewährleisten? Wie können wir dafür sorgen, dass Schüler:innen im Homeschooling nicht auf der Strecke bleiben? Was kann getan werden, um Infektionsgeschehen an Schulen so gut es geht zu vermeiden? Diese Fragen diskutierten die Mannheimer Landtagsabgeordnete Elke Zimmer (GRÜNE) und Dr. Susanne Aschhoff (GRÜNE Landtagswahlkandidatin für Mannheim Nord) mit dem Mannheimer Bildungsbürgermeister Dirk Grunert (GRÜNE) am Donnerstag, den 03. Dezember. Natürlich mit ausreichen Abstand und einem Livestream, der es allen Interessierten ermöglichte aus der Ferne am Dialog teilzunehmen und Fragen einzubringen. Auch das gehört eben zu Corona: Alternative Beteiligungsmöglichkeiten, die viele Bürger:innen erreichen.

„In den vergangenen Wochen sind viele Menschen ob der Regelungen, Maßnahmen und Vorschriften gerade im Bildungsbereich verunsichert und frustriert. Wir möchten ihnen die Möglichkeit geben, zu Wort zu kommen und den Dialog zwischen Schüler:innen, Eltern, Lehrer:innen, Schulleitungen, Kommune und Land ermöglichen“, führte Susanne Aschhoff als Moderatorin in den Abend ein.

Viele Fragen und Kommentare drehten sich um die durch den Lockdown entstandenen Lernlücken. Gerade Kinder und Jugendliche, die in prekären Verhältnissen leben, haben es hier schwer gehabt. Sei es durch fehlende Technik oder mangelnde Unterstützung. „Alle Schüler:innen verdienen gleichermaßen Bildungsgerechtigkeit“, bekräftigte Elke Zimmer. Bildungsbürgermeister Dirk Grunert hofft auf gezielte Förderung an Schulen und intensive Nachhilfeprogramme durch externe Partner, sobald die Infektionslage es wieder zulässt. „Eine Möglichkeit das Lehrpersonal und die Schulleitungen zu entlasten, wäre der Einsatz multiprofessioneller Teams bestehend aus Schulsozialarbeitern über Sozial- und Sonderpädagogen, Psychologen bis hin zu IT-Betreuern und Verwaltungsangestellten,“ ergänzte die Abgeordnete Zimmer.

Ein weiterer, breit diskutierter Aspekt war der Digitalisierungsfortschritt in Mannheim. „Sowohl der Bund als auch das Land Baden-Württemberg stellen zu diesem Zweck gerade viel Geld zur Verfügung. In Mannheim konnten rund 7.000 neue digitale Endgeräte angeschafft werden“ erklärte Dirk Grunert in diesem Zusammenhang. Als Herausforderungen sehen die Gesprächspartner:innen vor allem die Kunst des digitalen Unterrichtens. Wichtig sei hier Fortbildungsmöglichkeiten zu schaffen, um alle Lehrer:innen für den digitalen Unterricht fit zu machen.

Zur Sprache kamen natürlich auch die Ferienregelungen für die Weihnachtsferien. „Zwei Tage Schulschließung mit einer Notbetreuung die wirklich für Notfälle ist, wären aus Infektionsschutzgründen die bessere Lösung gewesen“, bedauerte Elke Zimmer die kurzfristige Entscheidung des Kultusministeriums die Ferien jetzt doch erst am Dezember beginnen zu lassen.

Einigkeit bestand hinsichtlich des Schulmanagements in Zeiten der Pandemie: Es sei wichtig, Schulen individuelle Lösungen zu bieten, sodass jede den für sich besten Weg findet. „Nach den für die Betroffenen teilweise nur schwer nachzuvollziehenden Entscheidungen der Kultusministerin ist für Eltern, Schüler:innen und Lehrpersonal Planungssicherheit und Transparenz wichtig. Die immer noch dynamische Entwicklung der Pandemie und lokale Infektionszahlen machen es aber nötig, kurzfristig zu reagieren. Um größtmögliche Sicherheit zu gewähren, ist flexibles Reagieren das Gebot der Stunde“, fasste Dr. Susanne Aschhoff die Veranstaltung am Ende zusammen.

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