Bildung und Familie: Zwischen Home-Office und Home-Schooling

Der Alltag von Familien ist seit Wochen auf den Kopf gestellt: die meisten Kinder und Jugendlichen müssen zu Hause betreut, bzw. unterrichtet werden und auch die Freizeitgestaltung ist mit der Zeit vor Corona sicherlich nicht zu vergleichen. Waren zu Beginn die meisten noch überzeugt davon, dass die weitreichenden Einschränkungen richtig sind, macht sich jetzt zunehmend Erschöpfung und Ratlosigkeit breit. Da sind die Eltern, die sich seit Wochen zwischen dem Job, egal ob im Home-Office oder am Arbeitsplatz und der Betreuung der Kinder aufreiben oder teilweise dafür Urlaub nehmen mussten. Da sind Erzieher*innen, Lehrer*innen, Sozialpädagog*innen, die zunehmend in Sorge um die Kinder und Jugendlichen sind, die sie in der jetzigen Situation nicht erreichen. Und da sind natürlich die Kinder und Jugendlichen selbst, die sich nach Zusammensein und Gemeinschaft, nach ihren Freunden, ihren Sportgruppen, Musikvereinen und vielem mehr sehnen. Anders als viele Bereiche des öffentlichen Lebens lassen sich Kitas und Schulen aber nicht so stark regeln, wie dies aus Infektionsschutzgründen eigentlich notwendig wäre. Dazu kommt der hohe Anteil an Erzieher*innen und Lehrer*innen, die zu einer der Risikogruppen zählen und damit für Betreuung und Präsenzunterricht derzeit ausfallen. Die Lage ist schwierig und ich kann den großen Unmut und die Ungeduld verstehen, die ich in Mails und Telefonaten erfahre. Als Ministerin Eisenmann am 6. Mai die schrittweise Öffnung der Kindertageseinrichtungen für bis zu 50 Prozent der Kinder verkündete, wurden hohe Erwartungen geweckt. Leider blieb es nach dieser Mitteilung im Ministerium still und die Fragen der Träger nach weiteren Informationen und Vorgaben bspw. zur Platzvergabe bis vergangenen Samstag unbeantwortet. Es fehlte eine Strategie an der sich Träger und Eltern orientieren konnten. Aus diesem Grund hat sich unsere Landtagsfraktion nochmals mit einem Schreiben des Fraktionsvorsitzende Andreas Schwarz an die Kultusministerin gewendet und sie aufgefordert, eine umfassende Strategie für die weitere schrittweise Öffnung der Kindertageseinrichtungen vorzulegen und dazu aufgefordert Träger und Fachverbände bei weiteren Schritten eng einzubinden. Auch von den Kommunen und Städten, von der Trägern und Schulleitungen wünsche ich mir in der aktuellen Situation viel Kreativität, wenn es um die Entlastung der Familien geht. Denn auch wenn Kinder und Jugendliche nun teilweise wieder  einige Stunden in den Schulen unterrichtet oder in den Kitas betreut werden, ist die Situation für viele Eltern nach wie vor eine große Belastung. Das muss übrigens auch den Arbeitgeber*innen klar sein. Und unser aller Hauptaugenmerk muss darauf liegen, dass kein Kind auf der Strecke bleibt. Unsere Fraktion hat dazu ein Impulspapier entwickelt und wird sich selbstverständlich weiter dafür einsetzen gute und sichere Lösungen für Kinder, Jugendliche und Familien zu finden.

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