Gemeinsam gegen Armut: Menschen im Mittelpunkt, die sonst am Rand stehen

Gemeinsam gegen Armut: Menschen im Mittelpunkt, die sonst am Rand stehen

Die 26. Mannheimer Vesperkirche und das Präventionsnetzwerk Kinderarmut helfen Menschen in Not.

Die erste Woche der Vesperkirche Mannheim ist vorbei und jeden Tag kommen mehr Gäste. Die Predigt der Pfarrerin Christine Wenona Hoffmann brachte es mit ihrem Titel „Das Wunder des Angesichts Gottes wagen“ auf den Punkt. Genau das ist die Vesperkirche: Den Menschen sehen. Auch Menschen, die sonst am Rand stehen, sind hier in der Mitte der Wahrnehmung. Sie werden gesehen, sie werden gehört, sie werden bedient.

Bis zum 5. Februar lädt die Vesperkirche in der Citykirche Konkordien zu einem warmen Mittagessen, Kaffee und Kuchen sowie einem Vesperbeutel für den Abend ein. Verschiedene Beratungsangebote und medizinische Versorgung gehören, wie eine freundliche Bedienung und gute Gespräche, auch zur 26. Mannheimer Vesperkirche. Die durch Spenden finanzierte Vesperkirche wird getragen von der Evangelischen Kirche in Mannheim und ihrem Diakonischen Werk. Neben einem warmen Mittagessen erhält jeder Gast bei Bedarf Sozialberatung.

Hände mit Getränk bei der Vesperkirche Mannheim
Menschen in Not erhalten in der Vesperkirche Essen, warme Getränke und Beratung. Foto: Alexander Kästel

Die Grüne Landtagsabgeordnete Elke Zimmer packte vergangenen Sonntag erneut selbst mit an. „Ich freue mich, dass ich auch in diesem Jahr wieder einen kleinen Teil zu diesem tollen Engagement beitragen konnte“, so Zimmer. „Am Sonntag wurden über 600 Essen verteilt. Es macht mich traurig, dass es so viele Menschen gibt, die in Not sind und die in Armut leben.“

Durch die Corona-Pandemie und den Ukraine-Krieg ist die Zahl der Menschen, die in Not sind und die in Armut leben, auf einem Höchststand. Gleichzeitig werden Konzerne und die Reichsten immer reicher. Sie sind laut Oxfam die „Gewinner von Corona-Pandemie und Energiekrise“. Seit Beginn der Pandemie habe das reichste Prozent der Weltbevölkerung rund zwei Drittel des weltweiten Vermögenszuwachses kassiert. Vom Vermögenszuwachs, der 2020 und 2021 in Deutschland erwirtschaftet wurde, entfielen laut der Oxfam-Studie 81 Prozent auf das reichste eine Prozent der Bevölkerung.

Landtagsabgeordnete Zimmer im Gespräch bei der Vesperkirche Mannheim
Die Landtagsabgeordnete im Gespräch bei der Vesperkirche Mannheim Foto: Alexander Kästel

Für Chancengleichheit: Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut

„Der Kampf gegen Armut und für Chancengleichheit waren für mich Motivation, in die Politik zu gehen und sind einer meiner größten politischen Antriebe“, erklärt die Abgeordnete. „Besonders dramatisch finde ich, dass jedes fünfte Kind in Baden-Württemberg armutsgefährdet ist. Die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an der Gesellschaft darf nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen.“ Bis zum Jahr 2030 soll deshalb in jedem Stadt- und Landkreis ein Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut eingerichtet werden. Dafür stellt das Land in den kommenden Jahren knapp vier Millionen Euro zur Verfügung.

In Mannheim gibt es bereits ein Präventionsnetzwerk gegen Kinderarmut. Am Campus Neckarstadt-West in Mannheim finden für Grundschülerinnen und Grundschüler nachmittags neben einer Hausaufgabenbetreuung verschiedene kreative und sportliche Bildungsangebote statt, die auch der Sprachförderung dienen. Die langfristig angelegte Förderung hat das Ziel, dass sich materielle Armutsgefährdung im Kindesalter möglichst nicht negativ auf die soziale Teilhabe im gesamten Leben auswirkt.

Blick von oben auf die Vesperkirche Mannheim
Menschen in der Vesperkirche Mannheim. Foto: Alexander Kästel
Gemeinsame Zumeldung zum nun vorliegenden Gutachten des Sozialministeriums

Gemeinsame Zumeldung zum nun vorliegenden Gutachten des Sozialministeriums

Dr. Susanne Aschhoff und Elke Zimmer (GRÜNE): „Grünes Licht aus Stuttgart –Wir freuen uns sehr, dass die eingehende Prüfung des Sozialministeriums ergeben hat, dass ein Klinikverbund keine negativen Auswirkungen auf die Förderfähigkeit des wichtigen Bauvorhabens der Neuen Mitte haben wird. Nun können die konkreten Arbeiten am Verbund der beiden Häuser endlich Fahrt aufnehmen. Wir haben uns intensiv für eine zukunftssichere Lösung in Stuttgart eingesetzt und freuen uns sehr, dass die Landesregierung die notwendige Weichenstellung vornimmt und als verlässliche Partnerin an der Seite der Kommune, Wissenschaft und Forschung steht. Für die Stadt Mannheim, das Uniklinikum und seine Beschäftigten, die tagtäglich Großartiges leisten, aber auch für die ganze Region ist das ein wichtiges Signal. Mit dem gemeinsamen Klinikverbund Heidelberg-Mannheim kann die Gesundheitsregion Rhein-Neckar ihr volles Potential entfalten!“

Gemeinsame Zumeldung zur Protestbetriebsversammlung der Beschäftigten der UMM

Gemeinsame Zumeldung zur Protestbetriebsversammlung der Beschäftigten der UMM

Bei der heutigen Protestbetriebsversammlung der Beschäftigten des Universitätsklinikums Mannheim in Stuttgart haben Finanzminister Danyal Bayaz und Wissenschaftsministerin Petra Olschowski in ihren Redebeiträgen deutlich gemacht, dass das Land an der Seite des Hauses steht und eine langfristig tragende Lösung notwendig ist. Besonders hat uns gefreut zu hören, dass nächste Woche weitere Ergebnisse bekannt gegeben werden und die Wissenschaftsministerin Olschowski für das erste Quartal 2023 eine Zukunftsperspektive in Aussicht stellt. Neben dem Erhalt des Gesundheits- und Wissenschaftsstandortes Mannheim ist dem Land auch der Erhalt der damit verbundenen Arbeitsplätze und der Studienplätze ein großes Anliegen. Dazu stehen die Ministerien mit allen Partnern vor Ort in Mannheim und Heidelberg, u.a. auch mit den Betriebs- und Personalräten, in Kontakt. Das sind gute Zeichen für die Menschen in der Metropolregion, die Patient*innen und vor allem auch für die Beschäftigten selbst. Ihnen gilt auch unser Dank: Danke für ihren tagtäglichen Einsatz für die Patient*innen und heute ganz besonders für den Gesundheitsstandort Mannheim.

Gemeinsame Zumeldung zum Flüchtlingsgipfel in Stuttgart

Gemeinsame Zumeldung zum Flüchtlingsgipfel in Stuttgart

Auf Einladung von Ministerpräsident Kretschmann tauschen sich heute auf dem Flüchtlingsgipfel in Stuttgart die zuständigen Ministerien, die Vorsitzenden aller Fraktionen im Landtag, die kommunalen Spitzenverbände, Vertreter*innen aus Wirtschaft, Zivilgesellschaft sowie der Arbeitsagentur über die aktuelle Lage in den Kommunen aus. Im Fokus stehen Fragen zur Aufnahme, Unterbringung und Integration geflüchteter Menschen. Anlass ist die starke Auslastung von Aufnahmezentren und Flüchtlingsunterkünften in den Städten und Gemeinden. Dies wirke sich auf die Lebensumstände aller Menschen aus, beispielsweise durch die erhöhte Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt oder den steigenden Bedarf an Kinderbetreuungs- und Schulplätzen. Bestehende Mängel werden entsprechend weiter verschärft.

Die beiden Mannheimer Landtagsabgeordneten Dr. Susanne Aschhoff und Elke Zimmer (beide GRÜNE) begrüßen grundsätzlich die Einberufung des Gipfels, dessen Ergebnisse auch Auswirkungen auf Mannheim haben werden: „Wir stehen mit haupt- und ehrenamtlichen Helfer*innen in der Geflüchtetenhilfe in Kontakt und wissen um die Herausforderungen auf kommunaler Ebene. Die Stadt Mannheim und alle Beteiligten leisten einen großen Beitrag für geflüchtete Menschen bei ihrer Ankunft. Für uns ist entscheidend, dass  Flüchtlinge hier heimisch werden und ihren Weg in die Gesellschaft finden. Insbesondere für das herausragende ehrenamtliche Engagement bei der Betreuung und Unterstützung der Flüchtlinge bedanken wir uns aus ganzem Herzen.“

Der Parlamentarischen Geschäftsführer und Fraktionssprecher für Migration, Daniel Lede Abal, wird am 9. Dezember an der Diskussionsveranstaltung „Menschenwürdige Aufnahme aller geflüchteter Menschen“ im Port 25 in Mannheim teilnehmen. 

Landeshaushalt: Gut gewappnet durch das Tiefdruckgebiet

Landeshaushalt: Gut gewappnet durch das Tiefdruckgebiet

Aktuell berät der Landtag von Baden-Württemberg den Doppelhaushalt 2023/24. Auch dieser Haushalt ist ein Haushalt in der Krise und darum erneut ein „Fahren auf Sicht“ notwendig. Entsprechend hat sich die Landesregierung dafür entschieden, die Rücklagen um mehr als 1 Milliarde Euro als Risiko- und Vorsorgepuffer zu verstärken, um gewappnet und handlungsfähig zu sein bspw. mit Blick auf die Unterbringung Geflüchteter, den Inflationsausgleich und anderer möglicherweise notwendigen Hilfen für Wirtschaft und Gesellschaft. Wenn es notwendig werden sollte, müssen wir in der Lage sein, einen eigenen Rettungsschirm für soziale Einrichtungen, Handwerk und Mittelstand aufzulegen. Schon allein die Finanzierung des Entlastungspaketes des Bundes, welches die Landesregierung mitträgt, macht es notwendig, weitere Schulden aufzunehmen, denn diese Verpflichtungen gehen weit über die Steuermehreinnahmen hinaus. Ein Teil davon ist das deutschlandweite 49 €-Ticket, welches eine Entlastung für die Bürger*innen darstellen und gleichzeitig hoffentlich einen Hebel bei der Erreichung der Klimaschutzziele bedeuten kann. Ich will an dieser Stelle aber nicht verhehlen, dass ich eine höhere Dringlichkeit bei den Investitionen in die ÖPNV-Infrastruktur sehe.

Um unsere Klimaschutzziele zu erreichen, investieren mit diesem Haushalt außerdem in den Ausbau der erneuerbaren Energien: Photovoltaik, Windkraft, Tiefengeothermie und Wasserstoff – Wir müssen alle Möglichkeiten nutzen, um die Klimakrise wenigstens noch einzudämmen und unsere Unabhängigkeit zu stärken.

Mit dem Haushalt 2023/24 bringen wir darum unter anderem mit dem Ausbau der Photovoltaik-Anlagen auf Landesliegenschaften, der Einrichtung einer Landesagentur Wind, sowie dem Ausbau der Radschnellwege und der Infrastruktur für Elektromobilität noch mehr Bewegung in die Erneuerbaren Energien und die Verkehrswende im Land.