Gewalt an Frauen: Wir müssen das Schweigen brechen

Die erschreckenden Zahlen, die auch anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen veröffentlicht wurden, müssen uns alle aufrütteln: Jede vierte Frau erlebt Gewalt im engeren persönlichen oder häuslichen Umfeld. Die betroffenen Frauen schweigen oft aus Angst oder Scham. Es ist darum unsere Aufgabe niederschwellige Angebote zur Verfügung zu stellen und dafür zu sorgen, dass betroffene Frauen sich trauen Hilfe in Anspruch zu nehmen. Dorothea Wehinger, frauenpolitische Sprecherin der GRÜNEN Landtagsfraktion begann ihre Rede anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen im Rahmen der aktuellen Debatte des Landtags mit dem eindringlichen Appell, dass Gewalt gegen Frauen uns alle angehe. Zum Schutz der betroffenen Frauen brauche es dringend den flächendeckenden Ausbau von Frauen- und Kinderschutzhäusern. Leere Flecken auf der Landkarte darf es da nicht geben. Doch auch im Rhein-Neckar-Kreis haben wir beispielsweise kein Frauenhaus, was dazu führt, dass Frauen aus dem Kreis Zuflucht im Mannheimer Frauenhaus suchen und das vorgehaltene Angebot hier oft nicht ausreicht.

Wir müssen betroffene Frauen erreichen und Hilfemöglichkeiten bekannt machen. Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha und Staatssekretärin Bärbl Mielich haben zum Auftakt der Aktionswoche im Vorfeld des „Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November den Startschuss zur Plakat- und Social-Media-Aktion „JEDE VIERTE FRAU…“ gegeben. Mit der Aktion, an der sich weitere bekannte Persönlichkeiten aus Baden-Württemberg beteiligen, soll das deutschlandweite Hilfetelefon für von Gewalt betroffene Frauen noch bekannter gemacht werden. Damit ist Baden-Württemberg das erste Flächenland, das bei diesem niederschwelligen Hilfeangebot in 18 Sprachen mitmacht und dazu eine offensive breite Werbekampagne durchführt. Auch unsere Finanzministerin Edith Sitzmann hat eine hohe Sensibilität für dieses Thema, so dass wir zuversichtlich sein können, dass es bei den Beratungen für den nächsten Doppelhaushalt des Landes einen deutlichen Ausbau für die Finanzierung der Kinder- und Frauenschutzhäuser geben wird.

Wir müssen das Schweigen brechen und wir müssen Gewalt an Frauen als das benennen, was es ist: Gewalt. Verschleiernde Begriffe, wie häusliche Gewalt, Familiendrama oder Beziehungstat sind irreführend. Darum ist der Landesaktionsplan gegen Gewalt an Frauen so wichtig. Denn jeder Mensch ob Mann oder Frau hat ein Recht auf ein Leben ohne Gewalt.

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