Kultur als Kit für den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Mannheim, den 31. August 2018

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Land fördert die Orientalische Musikakademie und das Kulturhaus Käfertal mit jeweils 50.000 Euro

„Ich freue mich ganz besonders, dass gleich zwei Mannheimer Projekte ausgewählt wurden. Kunst und Kultur haben für den Zusammenhalt der Gesellschaft eine grundlegende Funktion: Sie sind das Bindemittel – der Kit – für eine Gesellschaft, denn mit ihren Angeboten fördern sie Kreativität, Empathie und Toleranz. Kulturprojekte dieser Art sind ein großer Schritt zu gelingender Integration und tragen zu einem guten Zusammenleben bei“, so Landtagsabgeordnete Elke Zimmer.

Den Blick auf das Andere, auf das vermeintlich Fremde zu werfen, ist der Fokus der Orientalischen Musikakademie in Mannheim. Bei ihrem Besuch vor Ort im Juli war Elke Zimmer sehr beeindruckt davon, wie bei den musikalischen Projekten der Orientalischen Akademie kulturelle Grenzen überwunden werden und hier ein Zentrum des kulturellen Austausches zwischen Ost und West entstanden ist. Gemeinsam mit der „Creative Factory“ des Gemeinschaftszentrum Jungbusch gründet die Orientalische Musikakademie mit dem Projekt „Verbundenheit“ ein Theatersensemble und ein interkulturelles Jugendorchester. Kinder- und Jugendliche arbeiten mit Studierenden der Musikhochschule Mannheim zusammen und verbinden türkische und arabische Musik mit westlichen Musiktraditionen. Junge Schauspieler realisieren ein Theaterprojekt, dass Themen wie „Fremde und Heimat“ und „Ausgrenzung und Teilhabe“ szenisch darstellt. Gemeinsam entsteht so eine Musiktheater-Produktion zum Thema „Verbundenheit“, die von den Jugendlichen im dialogischen Prozess selbst gestaltet wird.

„Rapciety – the return of the poets”, so nennt sich das Projekt des Kulturhauses Käfertal. Rapciety bietet jungen Menschen ein persönliches Erlebnis und eine Gruppenerfahrung die ihre Lebenswelt nachhaltig verändern. Gemeinsames Reflektieren, Schreiben und Musizieren mit Menschen verschiedener Herkunft erzeugt gegenseitiges Verständnis und Wertschätzung. Schülerinnen aus vier verschiedenen Schulen und Milieus werden mit den Mitteln der internationalen HipHop Kultur zusammengebracht. Sie schreiben wöchentlich Songs zu Themen wie Ausgrenzung, Mobbing, Frauen Power oder vom Ankommen in einer Gemeinschaft. Bei den Proben zu den vierteljährlichen Konzerten lernen sie die Fähigkeiten der Anderen für die Erzielung des gemeinsamen Ergebnisses schätzen. Sie präsentieren bei den Konzerten das gemeinsame Werk vor den Eltern, Schulgemeinschaften und Freunden, die sich hier möglicherweise zum ersten Mal begegnen und ins Gespräch kommen, und sie wirken bei Veranstaltungen in der Stadt als Multiplikatoren und Botschafterinnen für gelebte „Younity“.

Für das Modellprogramm „gesellschaftlicher Zusammenhalt“ des Ministeriums für Wissenschaft und Kunst haben sich Kunst- und Kultureinrichtungen aus ganz Baden-Württemberg gleich bei der ersten Ausschreibungsrunde mit über 100 Anträgen beworben. Mit rund einer Million Euro werden 2018 insgesamt 11 Vorzeige-Projekte gefördert, die verstärkt die Zivilgesellschaft beteiligen und auf künstlerische Weise den aktuellen gesellschaftlichen Umbrüchen begegnen.

 

Hintergrund zum Sonderprogramm „Gesellschaftlicher Zusammenhalt“

Gefördert werden Projekte von Kunst- und Kulturinstitutionen zu den Themen gesellschaftlicher Wandel und gesellschaftlicher Zusammenhalt auf der Grundlage einer verbindlichen, längerfristig angelegten Kooperation mit Akteuren aus der Amateurkunst, der freien Szene, Hochschulen, Soziales, Bildung (u.a. Schulen), Religion, Sport, Wirtschaft oder Verwaltung.

Die Projektförderung setzt die verbindliche Teilnahme an einer Arbeitskonferenz sowie einer Abschlusskonferenz voraus, um sich über inhaltliche und methodische Fragestellungen austauschen und um eine Dokumentation und Auswertung der Projekte vorzunehmen (Evaluation).

 

 

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