Kultur unterwegs: ein Spaziergang durch die Neckarstadt West

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Kurz vor den Sommerferien habe ich gemeinsam mit dem GRÜNEN Ortsverein Neckarstadt zu einem Kulturspaziergang durch die Neckarstadt West eingeladen. Gemeinsam mit den beiden Bezirksbeirät*innen Stefanie Heß (BBR Neckarstadt Ost) und Markus Sprengler (BBR Neckarstadt West) und meiner Fraktionskollegin Melis Sekmen freute ich mich über den Besuch des kulturpolitischen Sprechers unserer GRÜNEN Landtagsfraktion Manfred Kern. Die Neckarstadt West ist zugleich Sorgenkind und Durchstarter unter den Mannheimer Stadtteilen. Eine hohe Kinderarmutsrate, viele Menschen in Sozialsicherung und der höchste Anteil einer migrantischen Bevölkerung sind ebenso Realität des Stadtteils, wie ein buntes und vielfältiges kulturelles und soziales Leben, getragen von unterschiedlichen Akteur*innen. Bei einem Spaziergang durch die Neckarstadt West erlebt man beide Seiten. Gemeinsam mit interessierten Bürger*innen besuchten wir zunächst den Kiosk am Neumarkt, der seit mittlerweile einem Jahr ein fester und beliebter Bestandteil des Neckarstädter Kulturlebens ist und, unterstützt vom Kulturamt Mannheim, ein vielfältiges Angebot auf die Beine stellt. Sehr beeindruckend war im Anschluss die Einführung von Katharina Tremmel in das Projekt stadt.wand.kunst. Im Rahmen dieses von der Alten Feuerwache kuratierten Projekts, gestalten Künstler*innen aus Mannheim und der ganzen Welt Häuserfassaden in Mannheim mit sogenannten murals. Kunst wird damit Teil des öffentlichen Lebens und allen, unabhängig von Geldbeutel oder Bildungsstand zugänglich. Beispielsweise wurde in der Itzsteinstraße eine Fassade durch den Künstler WAONE gestaltet. Das Gemälde fügt sich auf beeindruckende Weise in die Umgebung und nimmt diese ebenso in sich auf. Katharina Tremmel berichtete von einem großen Interesse der Anwohner*innen während den Arbeiten. Einen Spaziergang durch die Stadt auf den Spuren dieser murals kann ich nur empfehlen. Bei unserer nächsten Station berichtete Anette Dorothea Weber von der Arbeit des community art centers im Stadtteil. Als künstlerische Leiterin der Einrichtung bringt sie Künstler*innen und Stadtteil zusammen. Theaterstücke, Lesungen und Ausstellungen greifen die Themen des Stadtteils auf und werden für und mit den Bewohner*innen umgesetzt. So wurde beispielsweise das Theaterstück Zigeunerboxer durch das community art center schon 2014 in Mannheim inszeniert und als Schulvorstellung in Mannheimer Schulen gebracht, als Reaktion auf einen wachsenden Antiziganismus. Bei unserer letzten Station am alten Messplatz präsentierten uns die Macher*innen des Projekts ALTER, wie ein trister Platz durch räumliche Umgestaltung und neue, niedrigschwellige Angebote aufgewertet und für die Bevölkerung zum attraktiven Aufenthaltsort ohne Verzehrzwang werden kann. An dieser Stelle stieß auch Nadja Peter vom neu gegründeten Verein livekultur mannheim e.V. zu uns, der sich ebenfalls zum Ziel gesetzt hat Kunst und Kultur an ganz unterschiedlichen Orten erlebbar zu machen und Künstler*innen miteinander zu vernetzen. All diese unterschiedlichen Kunst- und Kulturprojekte eint, dass sie nicht losgelöst vom sozialen Leben in ihrer direkten Nachbarschaft agieren, sondern diese ganz bewusst mit einbezieht. Das Land Baden-Württemberg fördert solche und ähnliche Projekte über den Innovationsfonds Kunst schon seit Jahren und auch viele Mannheimer Vereine, Institutionen und Akteur*innen konnten die jeweilige Fachjury bereits von ihren Konzepten überzeugen. Die unglaublich vielfältige Mannheimer Kunst- und Kulturlandschaft wird weiterhin zu den Impulsgebern unserer Stadtgesellschaft gehören und beispielhaft auch für andere Städte zeigen, wie ein vielfältiges kulturelles Leben zum besseren Zusammenhalt einer demokratischen Gesellschaft beiträgt.

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