Kulturpolitik: Unterstützung in schwierigen Zeiten

Auch die Kultur- und Kreativwirtschaft sind von den Auswirkungen der Corona-Pandemie hart getroffen und stehen vor enorme Herausforderungen. Aber es gibt auch Positives zu berichten. Digitale Formate werden mehr denn je genutzt, kreative Ideen füllen das Netz und bringen die Kultur zu uns nach Hause. Gemeinsam mit dem Arbeitskreis Kultur der Mannheimer GRÜNEN habe ich darum zu einem virtuellen Kulturaustausch mit Petra Olschowski, der Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, eingeladen.

Dieser Einladung sind viele Kulturschaffende aus der Mannheimer Szene gerne gefolgt und haben das Format zum gemeinsamen Gespräch genutzt. Dabei stellte sich heraus, dass es nicht an kreativen Ideen für Onlineformate fehlt. Was den Künstler*innen die Umsetzung erschwert sind unklare Richtlinien: Dürfen sich mehrere Schauspieler*innen in einem Raum auf der Bühne begegnen? Wird Publikum mit genügend Abstand anwesend sein dürfen? Überprüft das Gesundheitsamt im Vorfeld die Bedingungen der Veranstaltungen? Mit dem in der letzten Woche veröffentlichten Masterplan Kultur können wir den Kulturbetrieben nun eine Perspektive aufzeigen. Proben werden wieder möglich sein und Aufführungen im kleinen Rahmen auch.

Das Land hat durch das Soforthilfeprogramm für Soloselbstständige vielen freischaffenden Künstler*innen finanziell eine Hilfestellung geben können. Ein Alleinstellungsmerkmal in Baden-Württemberg ist, dass Künstler*innen und Kleinstselbständige weiterhin die Kosten des privaten Lebensunterhalts in Höhe von 1.180 Euro geltend machen können. Es gilt also nicht wie im Bundesprogramm der Verweis auf die Grundsicherung/ Hartz IV. Wir unterstützen damit alle, die sich selbst eine eigene Existenz aufgebaut haben. Ein weiteres Hilfspaket befindet sich gerade in der Abstimmung. Trotzdem sind die Bedingungen für die Kultur weiterhin schwierig, zwischen den Einrichtungen gibt es enorme Unterschiede beispielsweise hinsichtlich der Umsetzungsmöglichkeiten der jetzt veröffentlichten Richtlinien. Wie in vielen anderen Bereichen muss auch die Kulturszene im Einzelnen betrachtet und das Risiko bewertet werden. Staatssekretärin Petra Olschowski versicherte aber, die angesprochenen Themen, Fragen und Probleme in ihre Arbeit im Ministerium mitzunehmen. Ein gelungener virtueller Austausch, der sehr persönlich ablief und den wir gerne wiederholen werden.

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