Mehr Naturschutz: Umweltbewusstsein der Bevölkerung wächst

 

Das Thema Natur- und Artenschutz wird vielen Menschen immer wichtiger und das ist auch gut so. Nach dem erfolgreichen bayrischen Volksbegehren zum Thema „Rettet die Bienen“, möchten sich Menschen in Baden-Württemberg ebenfalls noch stärker für den nachhaltigen Schutz und Erhalt von Tier- und Pflanzenarten einsetzen. Ein ähnliches Volkbegehren wie in Bayern soll nun in den kommenden Tagen durch die Initiatoren beim Innenministerium eingereicht werden.

Um ein Volksbegehren auf den Weg zu bringen bedarf es mehrere Schritte, wovon der erste schon gegangen ist: Genügend Unterschriften, um einen Antrag für ein Volksbegehren zu stellen, wurden bereits gesammelt. Sobald der Antrag eingereicht und für zulässig erklärt wird, gibt es im Spätsommer/ Herbst 2019 dann das eigentliche Volksbegehren. Damit sich der Landtag mit dem eingebrachten Gesetzesentwurf befasst, müssten 10 Prozent der Wahlberechtigten in Baden-Württemberg das Volksbegehren unterschreiben.

Die Forderung von proBiene, den Initiatoren des Volksbegehrens, beinhalten Änderungen verschiedener Gesetze, um die Sicherung der Vielfalt an Tier- und Pflanzenart in Baden-Württemberg zu gewährleisten. Diese Forderungen sind weitreichender als die des bayrischen Volkbegehrens, da wir in Baden-Württemberg schon viel im Bereich Artenschutz und Vielfalt geleistet und erreicht haben. Zum Beispiel hat sich der Biolandbau in Baden-Württemberg seit 2011 verdoppelt, der Gebrauch von Naturschutzmitteln ist gestiegen und die Einrichtung eines Nationalparks und zusätzlichem Biosphärengebiet ist uns erfolgreich gelungen. Ganz sicher wird es auch in Zukunft nicht an Engagement und Maßnahmen fehlen hier weiter voranzukommen. Wir GRÜNE im Land wollen dieses Jahr noch die Pestizidreduktionsstrategie verabschieden, damit weniger Gifte in Natur, Umwelt und schließlich auf unseren Tischen landen. Ganz wichtig ist es dabei, dass wir für all die großen Fragestellungen gute Lösungen gemeinsam mit den Landwirt*innen erreichen.

Wir begrüßen die breite Unterstützung des Artenschutzes in der Bevölkerung, müssen allerdings aus fachlicher Sicht Kritikpunkte an der Umsetzung der Ziele äußern. Durch bestimmte Forderungen von proBiene könnte zum Beispiel die Existenz von landwirtschaftlichen Betrieben gefährdet oder der Erhalt von Sonderkulturflächen auch im biologischen Bereich erschwert werden. Wir werden uns in den kommenden Monaten mit den möglichen Problemfeldern befassen und versuchen Lösungen zu finden, die für alle betroffenen Akteure tragbar sind. Den zunehmenden Einsatz für den Erhalt der Artenvielfalt begrüßen und unterstützen wir GRÜNE selbstverständlich.

Unabhängig von großen Aktionen und Taten können und sollten wir auch im Alltag unser Möglichstes zum Schutz unserer Lebensgrundlagen tun, denn schon kleine Taten, wie das naturnahe gestalten von Vorgärten und Balkonen, selbstgebastelte Nisthilfen für Wildbienen und ein bewusster Konsum können viel bewirken.

 

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