Raus aus Atom: Ausbau Erneuerbarer beschleunigen

Vor genau 10 Jahren, am 11. März 2011, ereignete sich die Atomkatastrophe von Fukushima. Und vor 35 Jahren am 26. April 1986 explodierte der Reaktor in Tschernobyl. Ich werde nie vergessen, wie ich von diesem Reaktorunfall erfahren habe. Zu dieser Zeit war ich aktiv im Stadtjugendring in Sindelfingen. Als Gewinner*innen eines Folklore-Tanzwettbewerbs war eine Gruppe junger Menschen aus der damaligen Sowjetunion für 10 Tage zu Gast in Sindelfingen An den Tagen nach der Reaktorkatastrophe saßen wir Abend für Abend vor den Fernsehnachrichten und verfolgten die spärliche Berichterstattung aus Tschernobyl. Die jungen Menschen kamen aus einem Ort der ca. 50 km entfernt davon lag und viele Eltern arbeiteten im Kraftwerk. Ohne Handy und Internet gab es damals tagelang keine Berichte über Zerstörung und Opfer und unsere Gäste hatten quasi keine Möglichkeit Kontakt nach zu Hause aufzunehmen. Die letzten Tage dieses Besuchs waren dementsprechend überschattet von der Ungewissheit, was in Tschernobyl passiert ist und welche Folgen es hat.

Beide Ereignisse, Fukushima und Tschernobyl, zeigen ganz deutlich: Atomkraft hat verheerende Folgen für Menschen und Umwelt und sie ist nicht beherrschbar.
Ende des nächsten Jahres wird in Deutschland das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. Auch das Kernkraftwerk Neckarwestheim II wird dann abgeschaltet. Das ist gut und richtig. Bis heute ist allerdings nicht geklärt, was mit dem Atommüll geschehen soll. In Deutschland hat inzwischen die Endlagersuche begonnen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, vor der sich niemand drücken kann. Leider werden weiterhin weltweit neue Atomreaktoren gebaut. Das heißt, dass der Kampf der GRÜNEN gegen die Atomkraft weitergehen muss. Wegen der hohen Betriebsrisiken und ungelöster Entsorgungsfragen muss konsequent auf den Ausbau der Erneuerbaren Energien gesetzt werden.

Und wir hier in Baden-Württemberg müssen der Motor sein. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung wurde unter grüner Regierungsbeteiligung verdoppelt. Der Stromertrag aus Windkraft wurde seit 2011 verfünffacht und aus Photovoltaik um 70% erhöht. Aber das reicht noch nicht aus. Wir müssen schneller werden. Der jährliche Ausbau von Windkraftanlagen und von Photovoltaikanlagen muss drastisch beschleunigt werden. Um das zu erreichen, müssen die Genehmigungsverfahren für den naturverträglichen Ausbau der Wind- und Solarenergie und der dafür notwendigen Stromnetze beschleunigt werden. Und wir brauchen eine Photovoltaikpflicht auf allen Dächern – das rechnet sich fürs Klima und für den Geldbeutel.

Energie sparsamer verbrauchen, konsequent auf Erneuerbare umsteigen, Treibhausgase massiv reduzieren, Naturschutz mitdenken – und trotzdem stabile Preise und Versorgungssicherheit gewährleisten. Das sind die Kernziele, die es zu erreichen gilt.

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